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Der ganz normale Wahnsinn
Übersicht: Jeff ( Texte/ Biografie) // Zwei Seiten Hintergrundberichte // Veröffentlicht am 20. 2. 2004 // Abstract: Schritt für Schritt erläutert Jeff Ihnen die tägliche Arbeit der Redaktion
Ein so tolles Magazin, wie es das UND-Magazin ist, macht natürlich sehr viel Arbeit. Aber was genau passiert eigentlich, bis Sie eine Ausgabe wie diese in Ihren Händen halten?
 | Rot markiert: Das UND-Hauptgebäude | Pünktlich um fünf Uhr morgens treffen sich alle jungen Redakteure vor der verschlossenen Tür des UND-Hauptgebäudes – unabhängig von Wochentag und Wetterverhältnissen. Nach einigem hin und her ist dann bis spätestens neun Uhr auch eine Putzfrau oder Briefträgerin gefunden, die einen passenden Schlüssel für die Tür besitzt und die Redakteure ins Gebäude lassen darf. Findet sich einmal niemand mit Schlüssel, warten die Redakteure bis kurz nach Neun, wenn der werte Herr Herausgeber seinen Schlüsselbund zückt, um in seinem Büro nach dem Rechten zu sehen. Findet er ihn nicht, beteiligt sich die gesamte Gruppe an der Suche. Für gewöhnlich wird dann ein Kopfgeld ausgesetzt und nach wenigen Minuten kehren die ersten Jungredakteure zurück, die, jeder für sich, behaupten, dass es sich bei der jeweils mitgebrachten Person um den Rechten handelt. Danach dürfen die Raumpflegerinnen wieder an ihre Arbeitsplätze (bzw. -böden) zurückkehren.
Gehen wir aber davon aus, dass die Redakteure pünktlich um halb Sieben in das Hauptgebäude eingelassen wurden. Sie begeben sich nun in den Konferenzraum und schließen die Tür hinter sich. Doch wenn Sie denken, dass sich jetzt alle brav hinsetzten und zuhören was der Chef zu berichten hat, sind Sie meilenweit von der Realität entfernt.
Wie in einem Zirkus rennen erst mal zwei Redakteure auf den Tischen herum und werfen dabei 79 Prozent aller Stühle um (Anmerkung: Die Zahl kann je nach Tagesform variieren). Ein paar wenige haben sich hingesetzt. Die gucken sich begeistert das Schauspiel an und ergreifen Partei. Um dem ganzen Einhalt zu gebieten, läuft sofort unser Aufseher los, um die Missetäter einzufangen und ruhigzustellen. Zu dieser Zeit sind für gewöhnlich ein paar Redakteure auf den Geschmack gekommen, den Aufseher zu necken. Sie kritzeln bis zur Unkenntlichkeit entstellende Bilder an die Wände.
Nun ist auch endlich die Zeit für die Chefredakteure gekommen. Der erste brüllt »RUHE!« durch den Raum (was, um genau zu sein, gar nichts bringt) und der andere leistet dem Aufseher, der mittlerweile als Sicherheitsdienst agiert, moralische Unterstützung. An Sonn- und Feiertagen sind die Chefredakteure auch bereit, aktiv ins Geschehen einzugreifen. Dieses Verhalten hemmt allerdings bisweilen den Satirenfluss und verursacht unschöne Verschmutzungen.
Nur ein bis zwei Redakteure sitzen zu diesem Zeitpunkt noch auf ihren Plätzen und gucken sich das Spektakel an. Es endet meistens, wenn der letzte von den auf den Tischen Laufenden herunterfällt oder in dieselbe Richtung gestoßen wird.
Was jetzt kommt, ist je nach Stimmung des Herausgebers unterschiedlich: Entweder setzen sich die Meisten hin, oder das Schauspiel beginnt von Neuem. So vermeiden wir es, Privates mit dem Beruf zu vermischen.
Ist auch der letzte Redakteur gefallen, räumen die Chefredakteure dann den Raum auf und füllen Formulare aus. Danach bekommen die Angehörigen der betreffenden Redakteure Post (in Form von Karten) von der Chefetage.
Zum Glück gibt es noch ein paar engagierte Mitarbeiter, die etwas für ... UND? tun. Doch seien Sie versichert: Man arbeitet bereits an einer Strategie.
(Sie lasen: Zwei Seiten Hintergrundberichte von Jeff.)
Ebenfalls von Jeff:
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