Grundsätzlich gilt: Satiriker haben nie frei. Höchstens in Ausnahmefällen. Und wenn es mal gerade nichts zu tun gibt. Und wenn sie frei haben. Frei haben sie, wenn sie tot sind. Naja, eigentlich nicht. Denn wenn sie tot sind, geht der ganze Unsinn wieder von vorne los. Das kennt man ja.
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Freizeitgestaltung von Satirikern: Fallbeispiel Nummer eins ... |
Vielleicht haben sie frei, wenn nahe Verwandte oder Freunde aus dem Leben scheiden. Aber das kann eigentlich auch nicht sein, denn Freunde hat man mit so einem Humor nicht. Und Verwandte auch nicht. Zumindest keine, die es zugeben.
Wenn man als Satiriker im Knast landet (was bei der Zielgruppe heutzutage mehr als verständlich ist), gibt es auch nicht frei. Dann wird geklebt. An Tüten. Oder geschrieben. An Wänden. Dort schreibt man schon gerne den Stoff für die nächste »knallhart recherchierte« Dokumentation über die schönsten Seiten des Rechtsstaates.
Nicht einmal im Urlaub hat der Satiriker als solcher frei. Denn Urlaub gibt es für diese Menschen nicht. Sie kennen es als »Steuerflucht«. Bitte nichts Falsches denken: Steuerflüchtige haben auch nie frei – sie haben alle Hände voll zu tun, sich die Geier vom Finanzamt vom Hals zu halten.
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... und Nummer zwei |
Auch der letzte Ausweg fällt aus beziehungsweise weg: Satiriker bekommen nicht frei, wenn sie krank sind. Im Gegenteil: Je kränker ein Satiriker ist, desto »besser« sind seiner Werke. Schließlich muss man krank sein, um so einen Humor zu entwickeln.
Und da findet sich auch des Rätsels Lösung: Wer als Satiriker einmal laut »Ich bin geheilt!« schreit (passiert einmal in tausend Jahren), ist frei. Vielleicht aber freier, als er es eigentlich wollte ... frei wie ein Vogel ... vogelfrei ...