Kishon hat mir in einer stillen Stunde gebeichtet, wie er seine Satiren schreibt:
Er setzt sich an seinen Schreibtisch, spitzt die Bleistifte und beginnt. Ich arbeite nach einem ähnlichen Verfahren, nur setze ich mich nicht an meinen Schreibtisch, spitze keine Bleistifte und beginne auch nicht.
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Keiner wird jünger, leider: Ideologe Ephraim Kishon |
Meine Ideen für eine Geschichte entstehen im Alltag. Meistens in einer Situation, die mich aufregt. Ich halte die Geschehnisse vorerst nur in Gedanken fest. Bei nächster Gelegenheit wird die Idee dann in irgendeiner Form schriftlich niedergelegt. Diese Notizen werden dann zu später Stunde weiter fortgeführt. Ich sitze dann gegen drei oder halb vier Uhr früh im Bett, esse Mandarinen, trinke Apfelsaft und denke oder schreibe. Leider beeinträchtigt diese Arbeitsgewohnheit die Leistungsfähigkeit am Tage.
Einige Tage später wird der Text dann via EDV erfasst. In dieser Phase wird der Rohbau geschaffen. Zwei bis drei Wochen später wird die Satire dann vollendet und einigen Auserwählten vorgelegt.
Da die Kommentare der Auserwählten in jedem Fall niederschmetternd sind, wird kaum noch etwas geändert, sondern der gesamte Text so wie er ist direkt an das Lektorat verschifft.
Nachdem er dort angelangt ist, wird er sofort in zweifacher Ausführung an Chefredakteur und Herausgeber weitergeleitet, die ihn auf inhaltliche Bedenklichkeit überprüfen. Dann wird der Autor entlassen und die Satire veröffentlicht.
Anmerkung: Eine Entlohnung des Autors ist nicht vorgesehen und auch noch nicht vorgekommen. Vorausgesetzt man zählt Schläge und Tritte nicht mit.