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Bild: PISA ist tot, lang lebe der Kaiser!

PISA ist tot, lang lebe der Kaiser!


Übersicht: Yoshi (Texte/Biografie) // Zwei Seiten Bildungsdebatte // Veröffentlicht am 22. 11. 2002 // Abstract: Unsere Schüler können nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Und?


Pisa schockt alle. So zumindest hieß es in einer minderwertigen Tageszeitung aus dem Norddeutschen Raum. Das war Anfang des zweiten Jahres dieses Jahrtausends.
Seitdem hat sich viel getan.


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Auch Microsoft hilft der Bundesregierung
bei der Vertuschung der PISA-Ergebnisse
und zieht die Studie ins Lächerliche

Die Tagesthemen bastelten sich ein Themenbild mit einem geschockten Schüler und dem schiefen Turm von Pisa im Hintergrund. Einen Tag darauf um die selbe Zeit war der Turm verschwunden. Und Ulrich Wickert verkündete, dass PISA gar nichts mit dem Turm der gleichnamigen italienischen Bildungsmetropole zu tun hat. Das Bildungsministerium steckte eine vierstellige Summe in den Wiederaufbau der deutschen Schulen, die größtenteils seit dem Zweiten Weltkrieg (Vorsicht, Eigenname!) nur noch schemenhaft vorhanden waren. Und weil man mit PISA immer das Land unter der Schweiz oder so in Verbindung brachte, verwendete man natürlich Lire. Denn die brauchte seit der Euroeinführung ja nun wirklich keiner mehr.

Das ist nun viele Jahre her. Die Deutschen Schulen florieren wieder – leider nur im Ausland. Innerhalb deutscher Grenzen sind die Gebäude genauso marode wie damals. Die Schulbüchereien führen nur noch die alten Klassenbücher und für die Zeugnisse müssen Schüler ihr eigenes Papier mitbringen. Und da in einigen Klassenräumen die Dächer immer noch nicht wieder aufgebaut wurden, verlegte man kurzerhand den Unterricht ins Freie – getreu dem Motto »Gleiches Recht für alle«. Allerdings gab es bei der Realisierung dieses Projektes im ersten Winter leichte Schwierigkeiten, da immer wieder Schüler erfroren. Doch auch da hatte man eine fabulöse Idee; und seitdem freuen sich Kirchengemeinden im gesamten Bundesgebiet über den Ansturm, der mit dem ersten Schnee einsetzt. Eine sinnvolle Nutzung öffentlicher Gelder – wo sonst werden Kerzen gespendet statt gekauft?

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Ohne PISA war alles besser

Im Gedenken an die vor zwei Jahrzehnten von Ihro Durchlaucht Majestät Kaiser Sammy I. für tot erklärte PISA-Studie veröffentlicht ... UND? in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Forschung, Frauen, Verteidigung, Gedöns und Bildung (die Bezeichnung geht auf das Jahr 2002 und die damalige Ernennung des Superministers zurück, einige werden sich erinnern: Superminister brauchen natürlich auch Superministerien) eine Neuauflage unter dem Titel ROM. ROM steht für Read Only Memory und ist keine neue Erfindung, vielmehr besteht diese Abkürzung schon seit vielen Jahrzehnten, damals verwendete man sie noch für Begriffe wie »CD-ROM« oder »DVD-ROM«.

Die UND-Redaktion entschied sich (ohne Wissen des Superministeriums für Forschung, Frauen etc.) für diese Bezeichnung, da bei dem Test die Denkzentren der betroffenen Schüler lediglich ausgelesen, nicht aber bearbeitet werden. Auch soll ROM in das deutsche Schulsystem die Ordnung bringen, die auch auf den Straßen der gleichnamigen römischen Hauptstadt herrscht. Der Test ist vergleichbar mit einem IQ-Test wie er anno dazumal vom belgisch-deutsch-holländisch-dänisch- schwedisch-bayerisch-französischen Fernsehsender RTL ins Leben gerufen wurde. Der ROM-Test besteht aus insgesamt einem Themengebiet mit insgesamt einer Aufgabe, die auf insgesamt eine Weise beantwortet werden kann. Im folgenden nun die Aufgabe:

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Auch viele Lehrer sind mit der derzeitigen
Unterrichtssituation völlig überfordert.
Hier: Ergebnisse des Physikunterrichts
von Schülern des 13. Jahrganges

Extrahieren Sie aus der mit Hilfe der reversiblen Solidarisierungsinterferenz von der substanziellen Partizipationseventualität in die Evolutionskonstellation integrierte Initialinterdependenz die Koinzidenzpsychose einer sozietären Präventivextension und amplifizieren Sie anschließend eine obsolete Obstruktionsapparenz unter Verwendung gradueller Restriktionsprojektion in die durch konzentriertes Polarisieren der Simulationsflexibilität zu strukturierter induktiver Stagnationssynthese die Falsifikationskomponente aus der Diffusion indizierter Klassifizierungsmaßnahmen und ambivalenter Degenerationsstrukturen, wobei das deskriptive Sublimieren inhärenter Exemplifikationsphasen keinesfalls um adäquate Systemplastizitäten reduziert werden darf.

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Noch lacht er: Grundschüler,
der ins PISA-Jahr fällt

Die Aufgabe richtet sich an vor allem an Schüler integrierter Gesamtschulen und Schulzentren. Für die Lösung dieses verhältnismäßig einfachen Auftrags haben die betroffenen Schüler 39,82 Sekunden Zeit. Anschließend sollte der Lösungsweg von der Klassenleitung (in den meisten Fällen der Klassenlehrer) und den Klassenbesten für alle Schüler der jeweiligen Bildungsanstalt erläutert werden.

Die Lösungsvorschläge der Schüler werden vom Bundesministerium für Forschung, Frauen, Verteidigung, Gedöns und Bildung ausgewertet und von ... UND? veröffentlicht.


(Sie lasen: Zwei Seiten Bildungsdebatte von Yoshi.)

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