... UND? – Das letzte Satiremagazin
Navigation
Startseite anzeigen Startseite Satiren anzeigen Satiren Therapien anzeigen Der Therapeut Cartoons anzeigen Nett: Cartoons Mitschnitte anzeigen Mitschnitte Specials anzeigen Specials Biografien anzeigen Biografien Autorenzitate anzeigen Autorenzitate Pressestimmen anzeigen Pressestimmen Satire schreiben Satire schreiben Impressum anzeigen Impressum
Suche
Suchen bei ... UND?
Im UND-Maga- zin suchen:
Letzte Hilfe
Themenbild
Satiren zu fies? Hintergrund zu rot?
Die Rettung naht! Hier klicken und aufraffen.
Besucher
Pixelgrafik: Kleine Hütte mit der Aufschrift »U.N.D.«
Zur Zeit werden zehn Leser und Fans bei ... UND? gezählt.
Große Serie
Tierbild mit einem ganz süßen Koalabär
Tierbilder gucken? Hier klicken!
Autorenzitat
Themenbild
Der Herausgeber:
»Und wenn wir für die Veröffentlichung dieses Schwachsinns Hänsel, Gretel und den großen bösen Wolf hintergehen müssen ... dann hintergehen wir eben Hänsel, Gretel und den großen bösen Wolf! Auf jeden Fall will ich den Mist morgen um neun durch meine Telefonleitung flutschen sehen!«

Bild: Regierung beginnt Bürokratie-Abbau

Regierung beginnt Bürokratie-Abbau


Übersicht: Rabe (Texte) // Drei Seiten Politsatire // Veröffentlicht am 3. 4. 2006 // Abstract: Mehr Bürokratie, weniger FDP – die Regierung setzt ein Wahlversprechen um


Die Gründung eines Bundesamtes für Bürokratieabbau (BBA) gab Regierungssprecher Ulrich Wilhelm gestern in Berlin bekannt. Den Worten aus dem letzten Wahlkampf werde man nun Taten folgen lassen, erklärte Wilhelm. Der designierte Behördenleiter Florian Gerster teilte mit, dass künftig Bürokratie-Experten aus der ganzen Republik für die Behörde arbeiten werden.

Bild

In Deutschland hingegen kann bald (fast)
ohne Vorschriften gestorben werden

Als ersten Schritt stellte Gerster die Umbenennung des Bundesamtes für Bürokratieabbau (BBA) in Bundesagentur für Bürokratieabbau (BBA) in Aussicht. Mittelfristig sei eine privatisierte »Bureaucracy Diminishing Agency« (BDA) geplant, die dann schon im Namen eine internationale Ausrichtung der Agentur wiedergebe. Ein weiterer Vorteil sei, so Gerster, dass man im Rahmen der Privatisierung auch von den Fesseln des öffentlichen Dienstrechtes oder gar des Beamtenrechtes befreit sei. Die im öffentlichen Dienst nach oben begrenzten Vergütungen in Führungspositionen machten es schwierig, geeignetes, bürokratieerfahrenes Führungspersonal zu finden.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erläuterte weiter, dass die nationale Aufgabe des Bürokratieabbaus nicht auf den Bund begrenzt bleiben dürfe. Er stellte einen 460-seitigen Staatsvertrag zum Bürokratieabbau vor, der die Tätigkeiten der Bundesländer in diesem Bereich regeln soll. Auch auf Landesebene seien Landesämter für Bürokratieabbau einzurichten. Hier werde das Personal in einem Rotationssystem mit den staatlichen Lotto- und Totogesellschaften geteilt. Wilhelm erklärte, man hoffe auf diese Weise durch die Aussicht auf die in den Lottogesellschaften erzielten Vergütungen facherfahrenes Personal finden – auch ohne eine Privatisierung auf Landesebene.

Bild

Abo auf Bürokratie-Abbau:
Guido Westerwelle und die FDP

Die Familie, so der Regierungssprecher weiter, bilde auch beim Bürokratieabbau die Keimzelle des Staates. Aus diesem Grunde sei in jeder Familie ein Bürokratieabbau-Beauftragter zu ernennen. Wahlberechtigt soll dabei jede Person sein, die eigenständig bürokratischen Aufwand verursachen könne. Wählbar sei jeder Wahlberechtigte, der zum Zeitpunkt der Wahl das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat. Ulrich Wilhelm: »Um den gestiegenen Anforderungen weiterhin entsprechen zu können, musste das parlamentarische Verfahren um einige Regelungen für das Wahlverfahren in der Familie erweitert werden: So ist vor der eigentlichen Wahl zunächst in einer Familienversammlung ein Wahlvorstand zu bestimmen. Sollte sich die Familie in der Familienversammlung nicht auf einen Wahlvorstand einigen können, kann ein Antrag beim Familiengericht eingereicht werden, das dann einen Wahlvorstand bestellt.«

Bild

Rund 82 Prozent des Bruttosozialprodukts
fließen allein in seine Verwaltung

Das Familiengericht werde dabei darauf achten, dass bei der Bestellung der Wahlvorstände im Bezirk des Gerichtes das Verhältnis der Geschlechter zu dem Verhältnis der Einwohner des Gerichtsbezirkes eingehalten wird. Auf diese Weise sei eine Verknüpfung des Prinzips der »Open Bureaucracy« mit Elementen einer »Open Democracy« gegeben. Im Wahlverlauf werde der Wahlvorstand eine geeignete Stelle in der Wohnung bestimmen, an der die Wahlausschreibung zwei Wochen vor der geplanten Wahl ausgehangen wird. »Des Lesens unkundigen Familienmitgliedern ist mindestens zweimal hintereinander der Text der Wahlausschreibung vorzulesen; in nicht deutschsprachigen Familien ist neben dem deutschen Ausschreibungstext auch noch eine Übersetzung in der betreffenden Sprache auszuhängen, die über die BBA bezogen werden kann«, zitierte Florian Gerster zentrale Passagen der Wahlbestimmungen.

Bild

Kleiner Mann, großer Schatten:
Behördenleiter F. Gerster

»Das hört sich jetzt alles kompliziert an – in Wahrheit ist es aber noch viel komplizierter«, bekannte Gerster. Aber Bürokratieabbau sei eben keine Sache, die zum Nulltarif zu bekommen ist, betonte er.
Hilfe erhalte der Wahlvorstand und der gemäß den Bestimmungen gewählte Bürokratieabbaubeauftragte durch Schulungsmaßnahmen, die von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung, der Konrad-Adenauer- und der SPD-Partei-Stiftung angeboten werden. Für die Finanzierung dieser Schulungen werde, getreu dem von der Bundesregierung verfolgten Verursacherprinzip, auf jedes Formular, das in deutschen Behörden verwandt wird, ein Bürokratieabbau-Cent erhoben und zentral von der BBA eingezogen. Die hierfür erforderlichen Erfassungsformulare seien gerade bei der Bundesdruckerei in Druck gegangen, verkündete Gerster. Auch die BBA selbst schließe sich nicht vom Bürokratieabbau-Cent aus. Der bürokratieabbausonderabgabenpflichtige Bürger sei daher berechtigt, von seiner quartalsweise abzuführenden Bürokratieabbau-Sonderabgabe den auf das Erfassungsformular entfallenden Bürokratieabbau-Cent von der Bürokratieabbau-Sonderabgaben-Schuld abzuziehen.

Bild

Eine starke Hand sollte mal wieder Ordnung
in dieser Bürokratie schaffen, was?

Erste Aufgabe des oder der neu gewählten Familienbürokratie- abbaubeauftragten (FBAB) sei es, eine Bestandsaufnahme der vor Ort angewandten Bürokratie vorzunehmen. Hierfür werde eine Kommission ein Familien-Bürokratie- Ist-Formular (FBI-Formular) entwerfen. Auf der Pressekonferenz hielt Florian Gerster ein 14-seitiges Formular in die Kameras. Gleichzeitig betonte er aber, dass es sich dabei um einen vorläufigen Entwurf handelte, in den die spezifischen Erfordernisse des Bürokratieabbaus in der Famile noch nicht eingearbeitet seien. Im Zuge der Modernisierung des Verfahrens werde in den nächsten Jahren ein elektronisches Familien-Bürokratie-Ist-Formular (ELFBI-Forumular) eingeführt. Die Ausschreibungen dazu seien gerade im Gange. Voraussichtlich schon 2010 werde man eine EDV-Ausstattung anschaffen – »zu Leistungen und Preisen von 2005«, schwärmte der zukünftige Behördenleiter.


(Sie lasen: Drei Seiten Politsatire von Rabe.)


Disclaimer / Rechtliche Schutzbestimmungen:
Alle Texte und alle übrigen Inhalte auf dieser Seite sind frei erfundene Begebenheiten, wahre Geschehnisse oder Ereignisse, die leicht abgewandelt wurden. Welche Inhalte frei erfunden sind und welche nicht, spielt für den Leser keine Rolle. Jegliche Ähnlichkeiten mit (noch) lebenden, sterbenden, toten, verwundeten, schlafenden oder dementen Personen sind voll und ganz beabsichtigt. Wer aufgrund seines Gewissens, seines Alters, seiner Religion, seiner Herkunft, seiner Ideologie, seiner Staatsangehörigkeit oder seiner Intelligenz die Inhalte dieser Seite anstößig findet, sollte diese Seite sofort verlassen. Beschwerden, Leserbriefe, Fanpost, Hinweise etc. können nur schriftlich entgegengenommen werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Copyright 2000-2012 UND-Magazin Deutschland. Alle Rechte etc. vorbehalten.
Programmhinweis
Themenbild
Verlags-Sonder- veröffentlichung

Lieber Mr. Bush

Bild: Lieber Mr. BushEin offener Brief an den dümmsten der 43 bisherigen US-Präsidenten
> text anzeigen
Artverwandtes
Weitere Satiren praktisch zum gleichen Thema:

Bin-Laden- Tonband gefälscht?

Bild: Bin-Laden-Tonband gefälscht?Yoshi telefoniert mit Amerika und Kofi Annan verkleidet sich als Bin Laden
> text anzeigen

Das Tagebuch des Saddam H. (2)

Bild: Das Tagebuch des Saddam H. (2)UND-Kolumnist Saddam H. ist im Krieg. Nicht nur mit den USA
> text anzeigen

Kerry gewinnt US-Wahlen

Bild: Kerry gewinnt US-WahlenNach langem Wahlkampf ist John Kerry der Bush-Nachfolger
> text anzeigen
Konfliktpotenzial
Gesellschafts- spiele, Tee und Drogen

Bild: Gesellschaftsspiele, Tee und Drogen»Kind, es ist nun an der Zeit, mit dir Gesell- schaftsspiele zu spielen!«
> text anzeigen
Lächeln des Monats
Stimmen zu ... UND?
Themenbild
»Nichts für starke Nerven!«
– Focus