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Theoretische Abhandlung über den Kauf einer Flasche Apfelsaft
Übersicht: Dementia ( Texte/ Biografie) // Zwei Seiten Allgemeinwissen // Veröffentlicht am 15. 11. 2002 // Abstract: Erfolgreich einkaufen: Shopping-Tipps von Ihrem UND-Magazin
Im Laufe der Entwicklung des Menschen haben sich viele neue Vorgänge in unser Gehirn einzuspeisen versucht. Der Vorgang der Bedienung eines Computers war an dieser Stelle noch nicht sehr erfolgreich. Beispiele hierfür finden sich in den unergründlichen Weiten eines Spiegels.
 | »Heil Apfelsaft!« (Obenstehendes Produkt wurde nach 1945 verboten.) | Oft merken wir es gar nicht, aber wir haben viele ursprünglich alltägliche Vorgänge nie gelernt oder schlicht und einfach vergessen. Beispiele finden sich im Bügeln, Spazieren
gehen, Auto fahren, Morden und Einkaufen.
Kaum einer weiß heute noch, dass beziehungsweise wie man eine Flasche Apfelsaft im Supermarkt käuflich erwerben kann. All denen sei diese Theoretische Abhandlung über den Kauf einer Flasche Apfelsaft gewidmet. Sie trägt den Titel »Zum Saft in zehn Schritten«.
Erster Schritt: Supermarkt betreten. Für diese Aufgabe gibt es verschiedene Lösungswege, etwa die Benutzung der Eingangstür,
den Weg durch die Hintertür oder Schaufensterscheibe oder das Lüftungssystem.
Zweiter Schritt: Getränkeabteilung finden. Falls
sich dieses als schwierig erweisen sollte (aus welchen Gründen auch immer),
lassen sich bereitstehende Bedienstete – von Menschenrechtlern auch ›Angestellte‹ genannt – befragen. Handelt es sich bei dem Geschäft um einen Discounter (Discounter haben für gewöhnlich nie Namen aus mehr als fünf Buchstaben, üblich sind vier und das Personal jenseits der Kassen lässt sich an einem Finger einer Hand abzählen), kann man entweder einen anderen Kunden fragen oder sich gleich wieder zum Ausgang bewegen, da »diese Discounter« sowieso außer dem Personal keine Flaschen führen.
Dritter Schritt: Apfelsaft finden. Meistens verstecken sich hinter der Bezeichnung »Apfelsaft« allerdings Dinge wie »Rio Grande«, »Valensina« oder etliche andere Wasser-Farbstoff-Geschmacksstoff-Verbindungen. Angesichts dieser Tatsache wird von Seiten der Autorin geraten, nur Fruchtsaftgetränke zu kaufen, die in
Flaschen abgefüllt sind (Anmerkung: Die Autorin dieses Textes übernimmt keine Verantwortung bei Sach- und/oder Personenschäden, die durch unsachgemäße
Handhabung irgendwelcher Sachen entstanden sein werden).
Vierter Schritt: Apfelsaftflaschen finden. Zwar scheint es zunächst einfacher, Apfelsaft in so genannten ›Tetra-Paks‹ zu kaufen, allerdings ist das Risiko des käuflichen Erwerbens einer wie bereits oben beschriebenen Wasser-Farbstoff-Geschmacksstoff-Verbindung beim Kauf von in
Plastik und Pappe abgefüllten unwahrscheinlich höher.
 | Achtung, lassen Sie sich nicht von Assoziativkonnektierungen wie »Natur« oder »Apfelsaft« in die Irre führen |
Fünfter Schritt: Preise suchen.
Sechster Schritt: Preise finden. Die Preise, falls
vorhanden, befinden sich meist an von der Decke herabbaumelnden Schildern oder
sind irgendwo anders angebracht. Sie beziehen sich entweder auf eine ganze Kiste
mit überwiegend sechs Flaschen á ein Liter oder auf eine einzelne
Ein-Liter-Flasche oder auf eine ganze Kiste mit überwiegend sechs Flaschen á ein
Liter inklusive Pfand oder auf eine einzelne Ein-Liter-Flasche inklusive Pfand
oder auf etwas anderes.
Siebter Schritt: Flasche beziehungsweise Marke
auswählen. Bekannte Namen sind »Döhles Apfelsaft«, »becker's bester« und
»Auricher Süßmost«. Die Namen lassen allerdings nicht immer auf die Qualität des
Produktes schließen.
Achter Schritt: Einzelne Flasche Apfelsaft nehmen.
Im Prinzip ist es möglich, sich auch mehrere Flaschen, eine ganze Kiste oder
mehrere Kisten/Flaschen in einer Kiste zu wählen. Da dies in diesem Beispiel
aber für noch mehr Verwirrung (falls vorhanden) sorgen würde, gehen wir vom Kauf
einer einzelnen Flasche Apfelsaft aus.
Neunter Schritt (Teil I): Zur Kasse finden. Meistens
ist der Weg ausgeschildert. Sollte dem nicht so sein, folgen Sie der Hauptstraße
und gehen Sie nach passieren des Ortsausgangsschildes nach rechts.
Neunter Schritt (Teil II): An der Kasse anstellen.
Grundsätzlich gilt: Man stellt sich immer ganz ans Ende der Schlange, um selbige
dann (möglichst gewalttätig) von hinten aufzurollen.
Neunter Schritt (Teil III): Bezahlen. Die
(natürlich) zur Kasse geschleppte Liter-Flasche Apfelsaft wird auf das Band
gelegt und der Kaufpreis plus Pfand in Form von gültiger Währung bei der
Kassiererin abgeliefert.
Zehnter Schritt: Verlassen des Supermarktes. Dies
geschieht in neunzig Prozent der Fälle auf die selbe Weise, auf die man auch
hereingekommen ist. Sollten Sie bereits vorher den Ausgang passiert oder sich
aus irgendeinem anderen Grund vor dem Supermarkt befinden, wiederholen
Sie Schritt Eins bis Zehn.
(Sie lasen: Zwei Seiten Allgemeinwissen von Dementia.)
Ebenfalls von Dementia:
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