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Die Autorenbiografien

Marc Mrosk – Biografie

Sich selbst als Menschen zu deklarieren, ist eine Sache, mit der man sich als Homophob doch sehr schwer tut. Nach Jahren der Ungewissheit und immer wiederkehrenden Psychosen, der einzige Nicht-Intellektuelle in der Medienwelt zu sein, kehrte Marc Mrosk mit neuem Namen und neuen Gedanken zurück ins Showbusiness. Eine Übersicht vergangener Ereignisse.

1971

Geboren als Walter Gutierrez da Silva in Taraz, einem kleinen Dorf 80 Kilometer südlich von Buenos Aires.

1980 – 1981

Mehrere Aufenthalte in medizinischen Instituten. Letztendliche Diagnose: Debilität.

1982

Anfang des Jahres Umzug nach Buenos Aires. Arbeit aus Laufbursche und Schuhputzer auf der Straße. Mrosk bekommt einen Job als Fensterputzer im Hauptquartier eines kommunistischen Clubs mit dem Namen »Golpe«. Mit den Papieren eines Clubmitglieds reist er im April als Fotograf zusammen mit 5.000 Soldaten auf die Falkland-Inseln. Er wird verletzt und in ein britisches Lazarett eingewiesen. Sämtliche Bildaufnahmen gehen verloren.

1983

Er täuscht homosexuelle Neigungen vor, um durch einen schwulen britischen Soldaten nach London zu gelangen. Er ändert seinen Namen in Charles McFethers. Unter dem Pseudonym Armando Aggressive spielt er als Rhythm- und Leadgitarrist in einer kleinen Transvestitenband mit dem Namen »Fake Bushes«. Größter Erfolg: Platz 127 der britischen Charts mit dem One-night-Wonder »The Queen and I«. Später werden sämtliche Mitglieder wegen eines zwielichtigen Arbeitsverhältnisses mit einem Minderjährigen zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Charles landet im Erziehungsheim.

1984 – 1986

Unter dem Künstlernamen Silva Golpe schreibt er seinen ersten Gedichtband, der schnell in der Londoner Dichterszene Gefallen findet. In einer Künstlervereinigung in Soho wird er allerdings schnell als Hochstapler geoutet und verliert deutlich an Glaubwürdigkeit. Seine Verbindungen zum Kommunismus aus alten Zeiten in Argentinien werden bekannt, das Buch wird verboten.

1987 – 1990

Mit einer 55jährigen Linksextremistin flüchtet er Ende der Achtzigerjahre nach Spanien. Angewidert von Politik und Zensur gesellt er sich zu einer Punkgruppe. Nur drei Tage nach der ersten gemeinsamen Probe bricht im kleinen Studio ein Feuer aus, das vier Mitglieder der fünfköpfigen Band tötet. Silva Golpe beginnt, an einem Buch über Anarchie in der Musikszene zu arbeiten.

1991

Fotomaterial aus den Falkland-Kriegen taucht im Time Magazine auf. Golpe erkennt seine Bilder wieder und klagt auf 14 Millionen Dollar. Er verliert den Prozess und zieht sich an die Mittelmeer-Küste zurück. Sein Buch »Musica Anarquia« wird in Spanien und Lateinamerika ein Bestseller. Seinen verdienten Urlaub verbringt er auf einem kleinen Boot auf dem Mittelmeer. Ein mexikanischer Filmemacher sichert sich die Rechte an dem Manuskript, um es zu verfilmen. Golpe landet wegen Drogenschmuggels vor Gericht. Er plädiert auf »unschuldig« und beteuert, das Boot schon so gekauft zu haben. Aus den Einnahmen vom Verkauf der Filmrechte bezahlt die Kaution und flüchtet nach Mexiko City.

1992 – 1995

Die Vorbereitungen des Films verlaufen schlussendlich im Sand. Interpol macht Golpe in Mexico City aus, der postum nach Jamaika flüchtet. Dort angelangt, stellt er fest, dass ihn das Filmemachen in seinen Bann gezogen hat. Er beginnt, unter dem Namen Shayenne Richardson Kurzfilme zu drehen.

1996

Erste Oscarnominierung. In Berlin erhält er den Silbernen Bären für sein Werk »Drop No Dope«. Zur Feier des Tages beantragt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach der Preisverleihung in Berlin wird Richardson verhaftet und nach Spanien ausgeliefert.

1996 – 2000

Durch seine Popularität wird er nach nur vier Jahren aus dem Gefängnis in Spanien entlassen. Angebote aus Hollywood treffen ein.

2001

In Los Angeles dreht er als Marley Vasquez seinen ersten Spielfilm, den er mit ehemaligen Gefängnisinsassen aus Spanien besetzt. Während der Dreharbeiten werden mehrere Requisiten beschädigt oder gestohlen. Der Film floppt. Die Feuilletons deklarieren Vazquez als Dilettanten.

2002

Vazquez reist nach Kolumbien, um dort in nur einer Woche seinen Schulabschluss nachzuholen. Es konnten seitdem jedoch keine entsprechenden Dokumente vorgelegt werden.

2003

Vazquez schreibt Artikel und dreht eine Dokumentation über den Drogenim- und -export zwischen Süd- und Nordamerika. Dabei gerät er ins Fadenkreuz von Drogenkartellen und der amerikanischen Regierung. Er entgeht nur knapp einem Anschlag. Im Sommer kehrt er nach Deutschland zurück um seine Staatsbürgerschaft in Empfang zu nehmen.
Den Rest des Jahres ist Vazquez auf Tour mit den Rolling Stones.

2004

Während der Welttournee bleibt er in New York und bastelt an einigen Ideen für die Zukunft. Als er eine Schar nackter Demonstranten auf dem Times Square entdeckt, entschließt er sich, Exhibitionist und Comiczeichner zu werden. Aus Marley Vazquez wird Marc Mrosk.

2005

Marc Mrosk lebt zur Zeit wieder an der Westküste Amerikas. Dort arbeitet er in angenehmer Abgeschiedenheit an seiner neuesten Comicserie »Exhibitio«, einem Buch über vernachlässigte Menschen und einem Musical über Weltverschwörungen.



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