
Die AutorenbiografienAristokrates – Versuch einer DefinitionAristokrates ist der bekannteste aller UND-Autoren, was auf einen Vorfall aus dem Jahre 1922 zurückgeht.
Damals, genau pünktlich zur Weltwirtschaftskrise, gebar eine 22jährige Deutsche einen kleinen Jungen, der den Namen Ralph und pechschwarzes Haar trug. Ralph eröffnete eine Computerfirma, die Lernsoftware für Legastheniker herstellte. Mit dieser Firma machte er seine ersten Millionen, bevor er die Firma für zwei Millionen an Fidel Castro verkaufte. Wohlgemerkt: Zwei Millionen kubanische Zigarren. Zu dieser Zeit war Ralph ungefähr vierzehn Jahre alt. Ralph rauchte fortan jeden Tag zwanzig kubanische Zigarren.
 | Zigarrentabak an der Luft zu trocknen, dauert sechs bis acht Wochen. Man kann aber auch Hitze erzeugen, die, sorgfältig gelenkt, die Blätter fermentieren und trocknen lässt |
Das war 1936, drei Jahre nach der Machtübernahme der Nazionalsotialisten. Zu dieser Zeit befand er sich schon seit acht Jahren auf beziehungsweise in Kuba. Letzteres, also sein Aufenthalt dort, nicht etwa Kuba, wurde ihm später oft von Kritikern vorgeworfen. So hieß es, dass er sich vor der Verantwortung gedrückt und sich mit seinen zwei Millionen kubanischen Zigarren allein vergnügt habe, ohne, dass die ›freundlichen Herren in Grau‹, wie sie sich oft nannten, etwas davon abbekommen hätten. Und dabei mochten sie kubanische Zigarren doch so gerne! Soviel dazu.
Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass das Rauchen von zwei Millionen kubanischen Zigarren bei einem Verbrauch von zwanzig Stück am Tag etwa 273,97260273 Jahre dauert (wenn ein Jahr 365 Tage hat, wofür wir allerdings nicht garantieren können). Nun werden Sie sich sicher fragen, wieso Ralph 287,97 Jahre alt wurde, wenn er doch seit seinem 14. Lebensjahr jeden Tag zwanzig (kubanische) Zigarren rauchte. Die Antwort ist eben so selbstverständlich wie das Scheitern des Kapitalismus: Er wurde es nicht.
Er verstarb im zarten Alter von 74 Jahren anno Domino 1996 in seiner Heimatstadt Hamburg. Falls Sie, liebe Leser, Interesse an seinem Nachlass, 1.562.000 Zigarren (in Worten: Eine Million Fünfhundertzweiundsechzigtausend), bekunden möchten, so weisen wir trocken darauf hin, dass er alles seinem alleinigen Erben, dem Potsdamer Kater Volker, vermacht hat.
Nun werden Sie sich sicher fragen, was Ralph – möge er gesegnet sein – mit dem UND-Autor Aristokrates zu tun hat. Da wir derartiges bereits vermutet hatten, können wir Ihnen ohne viele Ausschweife, wie es sonst gewöhnlicher Weise in den Beiträgen verschiedener UND-Autoren traurige Realität ist, die Antwort auf diese sehr komplexe Frage geben, die von hohem Wert für die heutige Wissenschaft zu sein scheint. Letzlicheres werden wir allerdings in Berufung auf die Genfer Konvention und den Versailler Vertrag nur eingeschränkt tun. Nur soviel: Es hat ehrlich gesagt absolut nichts damit zu tun. Nichts. Gar nichts. Nicht im Geringsten.
Dennoch haben wir es Ihnen erzählt. Warum? Weil wir es für absolut notwendig und unabdingbar hielten. Mag sein, dass das ein Fehler war. Und selbst wenn, er war beabsichtigt. Wir überlassen eben nichts dem Zufall.
Naja, um ganz ehrlich zu sein, wissen wir nicht so recht, was wir über ihn schreiben sollten. Wir wissen auch gar nichts über ihn, da er fast nie in der Redaktion aufkreuzt. Aber um Sie, liebe Leser, nicht leer ausgehen zu lassen, teilen wir Ihnen mit, dass Aristokrates der wohl pragmatischste Praktiker ist, den die Welt je noch nie gesehen hat. Das muss genügen.
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